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Tracking ohne Bauchschmerzen: Matomo & Umami statt Google Analytics

Google Analytics ist kostenlos – bezahlt wird mit den Daten Ihrer Besucher. Selbst gehostete Alternativen wie Matomo und Umami liefern die Zahlen, die ein kleiner Betrieb wirklich braucht. Ohne US-Server, bei sauberer Einrichtung sogar ohne Cookie-Banner.

Umami-Logo über Screenshots des Statistik-Dashboards mit blauen Balkendiagrammen, Weltkarte und Besucherzahlen

Google Analytics kostet nichts. Das klingt gut, bis man versteht, womit bezahlt wird: mit den Daten Ihrer Besucher. Jeder Aufruf Ihrer Website meldet sich bei Google, samt IP-Adresse, Gerät und Verhalten.

Sie bekommen die Statistik. Google bekommt die Daten. Das ist der Deal.

Braucht ein Malerbetrieb, eine Kanzlei oder ein Verein dafür einen US-Konzern? Nein. Es gibt Werkzeuge, die auf Ihrem eigenen Server laufen, die Zahlen liefern, die Sie wirklich brauchen, und bei sauberer Einrichtung nicht einmal ein Cookie-Banner erzwingen.

Warum Google Analytics zum Datenschutzproblem wurde

Der Kern des Problems heißt Drittlandtransfer. Übersetzt: Die Daten Ihrer Besucher verlassen die EU und landen auf US-Servern. Dort gilt US-Recht, und das räumt amerikanischen Behörden weitreichende Zugriffsrechte ein, egal was in Googles Datenschutzerklärung steht.

Die rechtliche Grundlage für solche Übermittlungen ist seit Jahren wacklig. Zwei Abkommen zwischen EU und USA hat der Europäische Gerichtshof bereits gekippt, das dritte steht schon wieder in der Kritik. Mehrere europäische Datenschutzbehörden haben den Einsatz von Google Analytics in der Vergangenheit ausdrücklich beanstandet.

Dazu kommt: Kostenlos ist das Werkzeug nur, weil die gesammelten Daten für Google wertvoll sind. Ihre Website füttert damit das Werbesystem eines Konzerns, der über Ihre Kunden ohnehin schon mehr weiß als Sie.

Heißt das, morgen klingelt der Prüfer bei Ihnen? Wahrscheinlich nicht. Aber Ihre Besucherstatistik steht auf einem Fundament, das schon zweimal eingestürzt ist. Das muss nicht sein. Die Alternativen kosten nichts außer etwas Einrichtungszeit.

Welche Zahlen ein kleiner Betrieb wirklich braucht

Ehrliche Frage: Wann haben Sie zuletzt in Ihre Google-Analytics-Berichte geschaut? Eben.

Google Analytics liefert Hunderte Berichte, Segmente, Trichter und Ereignisse. Für Konzerne mit eigener Marketingabteilung mag das sinnvoll sein. Für einen Betrieb ohne IT-Abteilung ist es ein Datenfriedhof: viel gesammelt, nichts gelesen. Was Sie tatsächlich wissen wollen, passt auf eine Bildschirmseite:

  • Besucher: Wie viele Menschen waren diese Woche auf der Seite? Mehr oder weniger als im Vormonat?
  • Quellen: Kommen die Besucher über Google, über Links von anderen Seiten oder tippen sie Ihre Adresse direkt ein?
  • Top-Seiten: Welche Inhalte werden gelesen, welche ignoriert?
  • Geräte: Wie viele kommen mit dem Handy? Meist mehr, als Sie denken.

Mehr braucht es nicht, um zu entscheiden, welche Seite Sie ausbauen und welcher Kanal Kunden bringt. Alles darüber hinaus ist Ballast, den Sie pflegen, aber nie nutzen. Der Unterschied ist auch psychologisch: Ein Dashboard, das Sie in dreißig Sekunden verstehen, schauen Sie tatsächlich regelmäßig an. Eines mit vierzig Menüpunkten öffnen Sie nach der zweiten Woche nie wieder.

Matomo oder Umami: schwer gegen leicht

Beide Werkzeuge sind Open Source, beide laufen auf Ihrem eigenen Server oder bei einem deutschen Hoster. Der Unterschied liegt im Gewicht.

MatomoUmami
CharakterAusgewachsene Analytics-SuiteSchlankes Dashboard
FunktionsumfangKampagnen, Ziele, E-Commerce, viele DetailberichteBesucher, Quellen, Seiten, Geräte. Das Wesentliche.
CookiesLäuft auf Wunsch komplett ohne Cookies (muss eingestellt werden)Arbeitet von Haus aus ohne Cookies
AufwandBraucht einen kräftigeren Server und etwas PflegeSehr genügsam, schnell aufgesetzt
Passt zuBetrieben mit Shop oder laufenden WerbekampagnenAllen, die Zahlen wollen statt Berichte

Meine Kurzform: Wer Werbekampagnen auswertet oder einen Shop betreibt, nimmt Matomo. Wer einfach wissen will, was auf der Website los ist, nimmt Umami und ist an einem Nachmittag fertig. Beide laufen sauber als Docker-Container. Was hinter dieser Technik steckt und warum sie den Betrieb so entspannt, führe ich in meinem Text zu Self-Hosting mit Docker aus.

Ohne Cookies, ohne Banner – mit der gebotenen Vorsicht

Der angenehmste Nebeneffekt: Beide Werkzeuge kommen ohne Cookies aus, Umami von Haus aus, Matomo nach entsprechender Konfiguration. Ein Einwilligungs-Banner ist nach verbreiteter Rechtsauffassung nur dann nötig, wenn eine Website auf dem Gerät des Besuchers etwas speichert oder ausliest, das für den Betrieb nicht erforderlich ist, oder wenn Daten an Dritte fließen.

Cookieloses Tracking auf dem eigenen Server tut beides nicht. Eine gestempelte Garantie kann Ihnen dafür niemand geben, und wer sie verspricht, arbeitet unseriös. Aber der Abstand zu einem US-Tracker mit Werbenetzwerk dahinter ist gewaltig. Und das Banner-Elend auf Ihrer eigenen Seite endet.

Ich predige das nicht nur, ich lebe es: dmrc.it läuft genau so. Selbst gehostetes, cookieloses Tracking, kein Banner. Ich sehe, welche Artikel gelesen werden und woher die Besucher kommen. Mehr will ich nicht wissen. Und mehr muss ich auch niemandem erklären.

Und wann Sie sich das komplett sparen können

Jetzt die unbequeme Ehrlichkeit: Manche Websites brauchen überhaupt keine Statistik.

Wenn Ihre Seite eine digitale Visitenkarte ist, mit Öffnungszeiten, Leistungen und Kontakt, und Ihre Aufträge über Empfehlungen kommen, dann ändert keine Besucherkurve der Welt etwas an Ihrem Geschäft. Dann ist die sauberste Lösung: gar nichts einbauen. Kein Skript, kein Banner, keine Datenschutz-Baustelle. Nicht zu messen ist dann keine Lücke, sondern eine bewusste Entscheidung.

Tracking lohnt sich, sobald Sie Entscheidungen davon abhängig machen: neue Inhalte planen, Werbebudget verteilen, prüfen, ob die überarbeitete Startseite ankommt. Wer mit der Website aktiv Kunden gewinnen will – genau da setze ich mit Websites & SEO an – sollte messen. Wer sie als Schild an der Tür nutzt, nicht.

Der Umstieg in vier Schritten

Der Wechsel ist kein Großprojekt. In der Praxis sieht er so aus:

  1. Bestandsaufnahme. Prüfen, was aktuell auf der Website eingebunden ist: Google Analytics, Tag Manager, alte Zählpixel. Oft findet sich mehr, als der Betreiber selbst weiß.
  2. Neues Werkzeug aufsetzen. Matomo oder Umami auf einem kleinen eigenen Server oder bei einem deutschen Hoster installieren. Als Docker-Container ist das keine Doktorarbeit.
  3. Schnipsel tauschen. Den neuen Tracking-Code einbauen und den alten Google-Code restlos entfernen. Restlos heißt: auch aus dem Theme, aus Plugins und aus dem Tag Manager.
  4. Papierkram nachziehen. Datenschutzerklärung anpassen, Cookie-Banner entschlacken oder ganz entfernen, ein paar Wochen beobachten, ob die Zahlen plausibel sind.

Ihre historischen Google-Daten nehmen Sie dabei nicht eins zu eins mit, die Zählweisen unterscheiden sich ohnehin. Wichtiger ist die saubere neue Basis ab Tag eins: eigene Zahlen, eigener Server, keine Mitleser.

Erst nachsehen, dann umbauen

Ein Test kostet Sie zwei Minuten: Öffnen Sie Ihre Startseite, rufen Sie mit Strg+U den Quelltext auf und suchen Sie nach »googletagmanager« oder »gtag«. Ein Treffer heißt, dass Ihre Seite gerade jeden Besucher nach Kalifornien meldet.

Wollen Sie das abstellen, schaue ich mir Ihre Website im kostenlosen Erstgespräch an und sage Ihnen, ob Matomo, Umami oder gar kein Tracking zu Ihrem Betrieb passt. Remote, bundesweit, ohne Verkaufsdruck. Und wer mit Ihnen spricht, baut den Umbau hinterher selbst. Ich.

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