Die Wahrheit über Google: Die ARD-Doku, die Ihr Betrieb sehen sollte
Über 90 Prozent aller Suchanfragen laufen durch einen Konzern. Die SWR-Doku zeigt, was das kostet. Und ich zeige, was Ihr Betrieb daraus macht.
Der SWR hat eine Doku gemacht, die ich Ihnen ans Herz lege: „Die Wahrheit über Google", seit Ende Juni in der ARD-Mediathek. Kein Enthüllungs-Thriller, keine Panikmache. Sondern eine ruhige Bestandsaufnahme zu einer einfachen Frage: Liefert Google die besten Ergebnisse – oder die Ergebnisse, die für Google am besten sind?
Worum es geht
Google ist vor gut 25 Jahren als Suchmaschine gestartet. Heute ist es Browser (Chrome), Kartendienst (Maps), Postfach (Gmail), Cloud-Speicher, Betriebssystem (Android), Videoplattform (YouTube) und Werbenetzwerk in einem. Die Doku zeigt, wie aus einem praktischen Werkzeug ein Konzern wurde, durch den über 90 Prozent aller Suchanfragen laufen. Ein Konzern, der nicht mit Ihren Zahlungen sein Geld verdient, sondern mit Ihren Daten und mit Werbeplätzen, deren Preise mangels Wettbewerb kaum jemand kontrolliert.
Der Satz, der hängen bleibt: Kostenlos ist es nie. Sie zahlen nur nicht mit Geld.
Warum Sie das als Betrieb angeht
Die Doku richtet sich an Zuschauer als Privatpersonen. Für Betriebe ist die Lage ernster, denn dort hängt Existenz dran:
- Ein Konto, alles weg. Wenn Ihr Google-Konto gesperrt wird – und das passiert automatisiert, ohne Anhörung – verlieren Sie an einem Vormittag E-Mail, Kalender, Dokumente und Werbekonto. Einen Ansprechpartner gibt es nicht. Nur ein Formular.
- Werbepreise ohne Wettbewerb. Wer bei Google gefunden werden will, zahlt, was Google aufruft. Über 90 Prozent Marktanteil bedeuten: Es gibt keinen Plan B, der Druck auf die Preise macht.
- Daten als Betriebsrisiko. Was Ihre Mitarbeiter in Gmail, Docs und Drive legen, liegt auf US-Servern – mit allen Folgen für DSGVO, Auftragsverarbeitung und Betriebsgeheimnisse. Das Problem hatte ich an anderer Stelle schon für Microsoft durchgerechnet. Für Google gilt dieselbe Rechnung.
Ich bin kein Google-Verweigerer
Damit das klar ist: Ich empfehle meinen Kunden selbst das Google-Unternehmensprofil, weil es für lokale Sichtbarkeit schlicht das wirksamste Werkzeug ist. Wer Kunden sucht, muss dahin, wo die Kunden suchen. Das ist keine Heuchelei, das ist Arbeitsteilung: Google darf Schaufenster sein. Es muss nicht Ihr Aktenschrank, Ihr Postfach und Ihr Gedächtnis sein.
Was Sie konkret tun können
Nichts davon ist radikal. Alles davon habe ich bei Kunden im Einsatz:
- Suche & Browser wechseln: Startpage oder DuckDuckGo als Standard, dazu ein Browser ohne Konzern-Anbindung. Wie das im Betrieb aussieht, steht hier.
- Google Fonts vom eigenen Server laden: Die Abmahnfalle, die viele Websites seit Jahren offen halten. Zehn Minuten Arbeit.
- E-Mail auf die eigene Domain: Raus aus @gmail.com – wirkt professioneller und gehört Ihnen.
- Dateien in die eigene Cloud: Nextcloud statt Drive. Gleiche Bequemlichkeit, Ihre Server, Ihr Zugriff.
- Analytics ohne Google: Besucherzahlen gehen auch ohne Datenabfluss – diese Website nutzt dafür Umami, selbst gehostet, ohne Cookie-Banner.
Schauen Sie die Doku. Und wenn Sie danach wissen wollen, wo Ihr Betrieb überall von einem einzigen Konzern abhängt: Genau dafür gibt es meinen US-Abo-Exit-Check. Eine Bestandsaufnahme, ein Preis, ein ehrliches Ergebnis. Auch „das lassen wir bleiben" ist eines.