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Microsoft 365 vs. Nextcloud: Warum Ihre Firmendaten nichts auf US-Servern zu suchen haben

Microsoft 365 ist bequem. Aber wo liegen Ihre Kundendaten wirklich? Cloud Act und DSGVO passen nicht sauber zusammen. Was das für kleine Betriebe konkret bedeutet, wann Microsoft 365 vertretbar bleibt und wann sich Nextcloud lohnt. Ein ehrlicher Vergleich ohne Bekehrungsversuch.

Dichte weiße Wolkenberge vor dunklem Himmel

Microsoft 365 ist bequem. Dateien in OneDrive, Besprechungen in Teams, alles läuft. Nur eine Frage stellt kaum jemand: Wo liegen meine Kundendaten eigentlich, und wer kommt da ran? Die Antwort ist unbequem. Die Lösung nicht.

Das Problem mit Microsoft 365

Microsoft 365 funktioniert einfach. Sie kennen es, Ihr Team kennt es. Dateien hochladen, gemeinsam bearbeiten, per Teams kommunizieren. Kein Aufwand, kein Nachdenken.

Hinter der bequemen Oberfläche steckt ein Konflikt, den viele kleine Betriebe nicht auf dem Schirm haben: Microsoft ist ein US-Konzern. Und US-Konzerne unterliegen dem Cloud Act – einem amerikanischen Gesetz, das Behörden den Zugriff auf gespeicherte Daten erlaubt. Egal, ob der Server in Dublin oder Amsterdam steht.

Das deutsche Datenschutzrecht verlangt das Gegenteil: Kundendaten müssen unter europäischen Regeln gespeichert und vor dem Zugriff unbefugter Dritter geschützt sein. Beides gleichzeitig geht nicht sauber auf.

Was das konkret bedeutet:

  • Kundendaten in OneDrive liegen automatisch auf Microsoft-Servern
  • Teams-Unterhaltungen werden gespeichert und teils für KI-Funktionen ausgewertet
  • Wenn Daten nach außen gelangen, haften Sie, nicht Microsoft
  • Die Datenschutzbehörde NRW (LDI NRW) hat Microsoft 365 als »nicht uneingeschränkt datenschutzkonform« eingestuft

Was sich seit 2025 verändert hat – und was nicht

Microsoft hat nachgebessert: Mit der sogenannten EU Data Boundary bleiben Standard-Workloads (Dateien, Mails, Teams-Chats) seit 2025 innerhalb der EU/EFTA. Auch das neue EU-US-Data-Privacy-Framework gibt Unternehmen einen rechtlichen Rahmen für Datentransfers in die USA.

Das ist ein Fortschritt. Aber kein Freifahrtschein.

Denn: Telemetrie-Daten, bestimmte KI-Funktionen (Copilot) und Diagnosedaten fließen weiterhin in die USA. Der Cloud Act gilt unverändert. Und ob das Data Privacy Framework rechtssicher bleibt, ist offen – noyb (Max Schrems) hat bereits eine Klage angekündigt (Schrems III).

Die ehrliche Einschätzung: Wer Microsoft 365 mit einem Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) und den richtigen Einstellungen betreibt, bewegt sich in einer Grauzone, nicht in einer eindeutigen Rechtsverletzung. Für Handwerksbetriebe und Büros mit allgemeinen Geschäftsdaten ist das Risiko einer behördlichen Beanstandung derzeit gering.

Für Kanzleien, Arztpraxen und Vereine mit sensiblen Mitgliedsdaten gilt: Hier lohnt ein genauer Blick. Das Haftungsrisiko ist real. Und Sie tragen es, nicht Microsoft.

Was ist Nextcloud?

Nextcloud ist das europäische Gegenstück zu OneDrive und Teams: Dateien speichern, teilen und gemeinsam bearbeiten, Kalender synchronisieren, intern chatten und Videokonferenzen halten. Der gleiche Funktionsumfang, mit einem entscheidenden Unterschied.

Sie betreiben es selbst. Auf einem Server, der Ihnen gehört.

Das kann ein gemieteter Server in einem deutschen Rechenzentrum sein oder ein eigener Server im Büro. Die Daten liegen genau dort, wo Sie es festlegen. Kein US-Konzern dazwischen, keine Abo-Falle, kein Zugriff von außen ohne Ihre Erlaubnis. Wie Selbsthosting grundsätzlich funktioniert und was es kostet, habe ich im Artikel »Eigene IT statt Cloud-Abo« beschrieben.

Das bedeutet:

  • Volle Kontrolle darüber, wer auf was zugreifen darf
  • Jeder zusätzliche Nutzer kostet Sie nichts extra
  • Keine Abhängigkeit von Preiserhöhungen oder Produktentscheidungen aus Redmond
  • Datenschutz in eigener Hand, weil die Daten genau dort liegen, wo Sie sie verantworten

Microsoft 365 vs. Nextcloud: Ein ehrlicher Vergleich

Kriterium Microsoft 365 Nextcloud (selbst gehostet)
Datenschutz Grauzone (Cloud Act, trotz EU Boundary) Volle Datensouveränität
Kosten (10 User/Jahr) 800–2.500 € 200–500 € (Server + Einrichtung)
Einrichtung Sofort startklar Braucht einmalig Setup
Office-Programme Word, Excel, PowerPoint inklusive OnlyOffice als Erweiterung
Abhängigkeit Hoch – Microsoft bestimmt Preise & Funktionen Keine
Für sensible Daten Nicht empfohlen Ideal

Kurz gesagt: Microsoft 365 ist bequemer, wenn Word und Excel täglich im Mittelpunkt stehen. Nextcloud ist die bessere Wahl, wenn Ihnen Datensouveränität wichtig ist und Sie langfristig Kosten sparen wollen.

Für wen lohnt sich der Wechsel?

Nextcloud macht besonders viel Sinn, wenn Sie...

  • Kundendaten, Angebote oder Verträge digital ablegen und teilen
  • ein kleines Team haben, das gemeinsam auf Dateien zugreift
  • als Verein, Kanzlei oder Arztpraxis mit sensiblen Daten arbeiten
  • für 10+ Personen Microsoft 365 zahlen und die Kosten spüren

Wer hauptsächlich Dateien teilt, Kalender synchronisiert und intern kommuniziert, deckt mit Nextcloud alles ab. Ohne Datenschutz-Kompromisse.

Was kostet das wirklich?

Ein typisches Setup für ein kleines Büro mit 10–25 Personen:

  • Server in Deutschland mieten: ca. 15–40 €/Monat (je nach Speicherbedarf)
  • Einmalige Einrichtung: abhängig vom Umfang
  • Laufende Wartung: optional – entweder selbst oder ausgelagert

Zum Vergleich: Microsoft 365 Business Basic kostet ab 6 €/Person/Monat. Bei 15 Personen sind das über 1.000 € im Jahr. Jedes Jahr. Geld, das Sie einmalig in einen eigenen Server investieren könnten, der Ihnen dauerhaft gehört.

Eine Beispielrechnung, die Sie nachrechnen können (Stand Juli 2026, Preise netto): Microsoft 365 Business Standard kostet nach der Preiserhöhung zum 1. Juli 14,56 € pro Person und Monat im Monatsabo. Ein Betrieb mit zehn Leuten zahlt damit rund 1.750 € im Jahr – jedes Jahr, pro Kopf abgerechnet. Die selbst gehostete Seite: ein Cloud-Server, auf dem Nextcloud läuft (rund 10 € im Monat), plus meine laufende IT-Betreuung ab 149 € im Monat, die sich auch um alles andere kümmert – zusammen etwa 1.300 € im Jahr, unabhängig von der Kopfzahl. Bei zehn Leuten sparen Sie ein paar hundert Euro und besitzen Ihre Daten; bei zwanzig Leuten wächst die Microsoft-Rechnung auf rund 3.500 €, Ihre eigene bleibt gleich. Der Unterschied ist kein Rabatt, sondern das Abrechnungsmodell: Big Tech kassiert pro Kopf, Ihr eigener Server nicht.

Was bei der Einrichtung wirklich zählt

Nextcloud ist kein Plug-and-Play wie Microsoft 365. Alles andere zu behaupten wäre gelogen. Wer selbst hostet, trägt auch die Verantwortung für den Betrieb. Die häufigsten Fehler, die ich bei bestehenden Installationen sehe:

  • Kein HTTPS – ohne verschlüsselte Verbindung sind Daten beim Transfer angreifbar
  • Kein automatisches Backup – Nextcloud sichert sich nicht selbst
  • Veraltete Software – wer Updates ignoriert, öffnet Angreifern die Tür
  • Kein zweiter Login-Faktor – ein gestohlenes Passwort reicht für den Totalzugriff

Und ein Klassiker hat mit Technik gar nichts zu tun: Konten ehemaliger Mitarbeiter, die niemand abschaltet – dagegen hilft eine IT-Checkliste fürs Mitarbeiter-Offboarding.

Ein gut eingerichteter Nextcloud-Server ist sicherer als die meisten Cloud-Lösungen. Ein schlecht gewarteter ist eine Einladung. Der Unterschied liegt in der Pflege. Auf Wunsch übernehme ich Updates, Backups und Monitoring dauerhaft.

M365 behalten – aber sicherer machen?

Wenn ein Wechsel gerade nicht in Frage kommt, gibt es Maßnahmen, mit denen Sie Microsoft 365 datenschutzkonformer betreiben. Die LDI NRW hat dazu eine offizielle Handreichung veröffentlicht:

  • AVV mit Microsoft abschließen (Pflicht nach DSGVO)
  • EU Data Boundary aktivieren (Einstellung im Admin Center)
  • Telemetrie und optionale Diagnosedaten deaktivieren
  • Copilot und KI-Features prüfen – viele davon übertragen Daten in die USA
  • Regelmäßige Datenexporte für Portabilität und Sicherung

Ich prüfe Ihr aktuelles M365-Setup und zeige Ihnen, wo die größten Lücken sind. Ohne Verpflichtung zum Wechsel. Auch »Sie bleiben, wo Sie sind« ist ein ehrliches Ergebnis.

Ihre Daten gehören Ihnen

Datenschutz ist kein bürokratisches Ärgernis. Er ist ein Haftungsrisiko. Wer als Selbstständiger oder Inhaber eines kleinen Betriebs Kundendaten speichert – und das tut praktisch jeder – ist gesetzlich verpflichtet, sie zu schützen.

Microsoft 365 ist mit den richtigen Einstellungen vertretbar. Mit Nextcloud gehören die Daten wirklich Ihnen.

Muss es also Nextcloud sein? Nicht zwingend. Ich bin kein Nextcloud-Missionar und kein Microsoft-Gegner. Wenn M365 mit sauberen Einstellungen für Ihren Betrieb reicht, sage ich Ihnen das. Wenn nicht, richte ich Nextcloud auf einem deutschen Server ein, kümmere mich um Backups und verschlüsselte Verbindungen und erkläre Ihrem Team, wie alles funktioniert – Details dazu unter Cloud & Büro.

Welche Lösung zu Ihrem Betrieb passt, finden wir gemeinsam im Erstgespräch heraus. Das kostet nichts, läuft remote und funktioniert bundesweit. Und Sie sprechen von Anfang an mit der Person, die Ihre Systeme später auch betreut.

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