Cloud-Speicher Vergleich Unternehmen: US, Europa oder selbst gehostet?
OneDrive, europäischer Anbieter oder selbst gehostet? Ich vergleiche die drei Wege für Firmendaten ehrlich: Datenschutz, Kosten pro Nutzer, Kontrolle, Lock-in. Und richte den passenden Speicher herstellerunabhängig ein, statt Ihnen ein Logo zu verkaufen.
Drei Clouds für eine Firma. Eine für die Mails, eine für die Buchhaltung, eine, in die vor zwei Jahren mal jemand einen Ordner geschoben hat und die seitdem keiner mehr anfasst. Kommt Ihnen das bekannt vor?
Cloud-Speicher ist längst Standard. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern welcher – und genau da wird es unübersichtlich.
Die Werbung kennen Sie: ein buntes Logo, ein niedriger Startpreis, ein Klick, und alles liegt »in der Cloud«. Was auf der Rechnung nicht steht: wo genau diese Cloud steht, unter wessen Recht Ihre Daten dann fallen und wie teuer der Ausstieg wird, wenn Sie in zwei Jahren wieder heraus wollen.
Ich vergleiche hier die drei ehrlichen Optionen – US-Cloud, europäischer Anbieter, selbst gehostet. Ohne das Logo zu verkaufen, an dem ich am meisten verdiene. Ich verdiene an keinem.
Die drei Wege im Klartext
Jeder Weg hat seinen Preis. Nur steht der nicht immer in Euro.
Die US-Cloud. OneDrive aus Microsoft 365, Dropbox, Google Drive. Bekannt, bequem, in Minuten eingerichtet. Der Haken liegt im Kleingedruckten: Ihre Daten liegen bei einem US-Konzern, und ein US-Gesetz (der CLOUD Act) verpflichtet diese Konzerne, Daten an US-Behörden herauszugeben – auch dann, wenn der Server in Frankfurt steht. Für manche Betriebe ist das vertretbar, für viele nicht. Warum ich bei Firmendaten skeptisch bin, habe ich am Beispiel Microsoft 365 gegen Nextcloud aufgeschrieben.
Der europäische Anbieter. Ein Speicherdienst einer Firma, die europäischem Recht unterliegt, mit Servern in der EU. Die DSGVO ist hier Heimspiel, ein Auftragsverarbeitungsvertrag (kurz AVV: die schriftliche Vereinbarung, was der Anbieter mit Ihren Daten darf) gehört zum Standard. Kein CLOUD-Act-Risiko, ein Ansprechpartner, der Ihre Sprache spricht. Dafür ist das Ökosystem kleiner als bei den US-Riesen – nicht jede Software klinkt sich mit einem Klick ein.
Selbst gehostet. Eine Speicher-Software wie Nextcloud läuft auf Ihrem eigenen Server oder auf gemietetem Platz in einem deutschen Rechenzentrum. Die Daten gehören Ihnen, kein fremdes Konto liest mit, und die Kosten steigen nicht mit jedem neuen Mitarbeiter. Dafür braucht es jemanden, der das aufsetzt und pflegt. Das ist der Haken – und genau da komme ich ins Spiel. Was »selbst hosten« überhaupt bedeutet, ordne ich hier ein.
Cloud-Speicher Vergleich für Unternehmen: die Tabelle
Vier Fragen entscheiden fast immer: Wo liegen die Daten, was kostet es pro Kopf, wer hat die Kontrolle, und wie leicht kommen Sie wieder raus.
| Weg | Datenschutz | Kosten pro Nutzer | Kontrolle | Umzug / Lock-in |
|---|---|---|---|---|
| US-Cloud (OneDrive, Dropbox, Google) | US-Konzern, CLOUD Act; AVV zwingend nötig | Gebühr je Kopf, steigt mit dem Team | liegt beim Anbieter | oft schwer, geschlossene Formate |
| Europäischer Anbieter | EU-Server, DSGVO-Heimspiel, AVV serienmäßig | Gebühr je Kopf, planbar | geteilt: Ihr Konto, fremder Server | meist offener, Export möglich |
| Selbst gehostet (z. B. Nextcloud) | Ihr Server / DE-Rechenzentrum, volle Hoheit | kein Nutzerpreis; Einrichtung + Wartung | vollständig bei Ihnen | offene Formate, keine Fesseln |
Der letzte Punkt wird am häufigsten unterschätzt. Vendor Lock-in heißt: die Abhängigkeit, aus der ein Anbieter Sie nur ungern wieder herauslässt. Wer seine Daten in ein geschlossenes Format eines Konzerns kippt, zahlt beim Umzug oft mehr Nerven als beim Einzug.
Für wen sich welcher Weg lohnt
Es gibt keine Lösung für alle. Es gibt eine für Sie.
Solo und Selbstständige. Wer allein arbeitet und wenig Sensibles speichert, ist mit einem europäischen Anbieter meist am schnellsten sauber unterwegs. Wenig Aufwand, klarer Datenschutz, planbarer Preis. Für den Einstieg braucht es keine eigene Serverlandschaft.
Das kleine Team. Sobald mehrere Leute auf dieselben Ordner zugreifen, lohnt der Blick auf die Kosten pro Nutzer – bei US-Abos summiert sich das mit jedem Kopf, Monat für Monat. Ein eigener Speicher rechnet sich hier oft schneller, als man denkt, weil der Preis nicht am Team hängt.
Sensible Daten. Kanzlei, Praxis, Verein mit Mitgliederlisten, Handwerksbetrieb mit Kundenkarteien – überall dort, wo Gesundheits-, Finanz- oder personenbezogene Daten liegen, ist selbst gehostet oder ein strikt europäischer Anbieter die ruhige Wahl. Hier wiegt jeder Fehler doppelt, und die volle Kontrolle über den Speicher ist kein Luxus, sondern Berufspflicht.
Ehrlich: Nicht jeder braucht selbst gehostet
Jetzt der Teil, den ein Verkäufer selten ausspricht.
Selbst gehostet ist nicht automatisch die richtige Antwort. Wenn Ihr Betrieb ohnehin tief in Microsoft 365 steckt, alle Werkzeuge dort zusammenspielen und Sie überwiegend Daten verarbeiten, die nicht besonders schützenswert sind, dann kann die US-Cloud vertretbar bleiben – vorausgesetzt, Sie schließen den AVV ab, die Datenschutz-Einstellungen sitzen und Sie wissen, was wo liegt. Vertretbar heißt nicht sorglos. Aber es heißt auch nicht »verboten«.
Und wenn Sie eine Handvoll harmloser Dateien mit einem Kollegen teilen, brauchen Sie überhaupt keine große Architektur. Ich baue Ihnen ungern einen Tresor um eine Einkaufsliste. Der Aufwand lohnt sich dort, wo Vertrauliches im Spiel ist. Sonst nicht.
Auswahl und Einrichtung übernehme ich
Die Tabelle zeigt Ihnen die Wege. Welcher zu Ihrem Betrieb passt, hängt an Details, die keine Tabelle kennt: Ihre Datenarten, Ihr Team, Ihr Budget, Ihre bestehende Technik.
Genau das nehme ich Ihnen ab – herstellerunabhängig. Ich schaue mir an, welche Daten Sie speichern und was der Datenschutz verlangt, empfehle den passenden der drei Wege, richte den Speicher samt Zugriffen und Freigaben ein und weise Ihr Team daran ein. Ob daraus am Ende ein Cloud-Büro auf eigenem Speicher wird, ein europäischer Anbieter oder eine sauber konfigurierte US-Cloud, entscheiden Ihre Daten – nicht mein Geschmack und keine Provision. Das Erstgespräch kostet nichts, die laufende IT-Betreuung gibt es ab 149 Euro im Monat. Passt Ihr jetziges Setup schon, sage ich Ihnen das, statt Ihnen etwas zu verkaufen.
Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, welche Art von Daten bei Ihnen liegt, was der Datenschutz fordert und was zu Team und Budget passt. Danach wissen Sie, welcher der drei Wege für Sie der richtige ist – und was er kostet. Bringen Sie einfach mit, womit Sie Ihre Dateien heute speichern.