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Websites & SEO

Was kostet eine Website wirklich? Ehrliche Zahlen statt »Kommt drauf an«

»Kommt drauf an« ist keine Antwort, sondern eine Ausrede. Hier stehen echte Preisspannen für Visitenkarte, Firmenseite und Shop, die wahren Kostentreiber und die eine Frage, die über alles entscheidet: Wem gehört Ihre Website am Ende?

Mann im Jeanshemd sichtet ausgedruckte Farbmuster und Entwurfsbögen auf einem Tisch im hellen Büro

Fragen Sie fünf Anbieter, was eine Website kostet. Fünfmal hören Sie denselben Satz: »Das kommt ganz darauf an.«

Das stimmt sogar. Und ist trotzdem eine Ausrede.

Denn kein Anbieter nennt gern die erste Zahl. Wer im Verkaufsgespräch zuerst einen Preis ausspricht, hat angeblich schon verloren. Also schweigen alle und schicken erst nach drei Terminen ein Angebot.

Ich halte das für Unsinn. Sie sollen vorher wissen, in welcher Größenordnung Sie landen. Deshalb stehen hier echte Zahlen. Keine centgenaue Rechnung, sondern ehrliche Spannen und die Gründe dahinter. Bei meiner eigenen Arbeit halte ich es genauso – was meine Pakete kosten, steht offen auf der Website.

Was eine Website wirklich kostet

Es gibt nicht »die« Website. Es gibt drei grobe Klassen, und die kosten sehr unterschiedlich. Was am Markt üblich ist, sieht ungefähr so aus:

Art der WebsiteWas das istGrobe Spanne
Visitenkarte / One-PagerEine bis wenige Seiten: wer Sie sind, was Sie tun, wie man Sie erreicht.einige hundert bis rund 2.000 Euro
Firmenwebsite mit CMSMehrere Seiten, Redaktionssystem zum Selberpflegen, Blog, Kontaktformular.rund 2.000 bis 8.000 Euro
OnlineshopProdukte, Warenkorb, Bezahlung, Rechtstexte, Versandanbindung.ab rund 5.000 Euro, nach oben offen

Diese Zahlen sind keine Preisliste, sondern Erfahrungswerte aus dem Markt. Die Spannen sind mit Absicht breit. Wer Ihnen ungefragt einen exakten Preis auf den Cent nennt, ohne Ihr Vorhaben zu kennen, rät ins Blaue oder verkauft Ihnen eine Schablone. Denn der Preis hängt weniger an der Technik als an allem, was drumherum passiert. Genau da wird es interessant.

Die Kostentreiber, die im Angebot nicht stehen

Die Technik einer normalen Firmenwebsite ist selten das Teure. Teuer wird, was viele beim Start unterschätzen.

Die Inhalte. Texte, die Ihre Leistung erklären. Bilder, die nicht nach Katalog aussehen. Wer das dem Dienstleister überlässt, zahlt für jede Stunde Texten und Sortieren. Wer es selbst liefert, spart Geld, braucht aber Zeit. Ehrlich gesagt sind fehlende Inhalte der häufigste Grund, warum eine Website drei Monate länger dauert als geplant.

Die Korrekturschleifen. »Können wir das Blau nochmal anders?« Zwei Runden sind normal und meist eingepreist. Ab der fünften wird es teuer, weil jede Runde Arbeitszeit frisst. Ein gutes Angebot sagt vorher, wie viele Schleifen drin sind.

Die Bilder. Stockfotos kosten Lizenzgebühren, und das kostenlose Foto von gestern kann morgen eine Abmahnung sein. Eigene, echte Fotos wirken besser und gehören Ihnen. Wenn es ums Aussehen und die Wirkung geht, lohnt der Blick auf Design und Branding, bevor die erste Seite gebaut wird.

Was jeden Monat weiterläuft

Eine Website ist kein Möbelstück, das man einmal kauft und dann stehen hat. Ein paar Kosten laufen weiter. Geheimnisvoll ist daran nichts:

  • Domain (Ihre Internetadresse): grob 10 bis 20 Euro im Jahr. Punkt.
  • Hosting (der Speicherplatz, auf dem die Seite liegt): von wenigen Euro bis zu einigen Zehnern im Monat, je nach Größe und Ansprüchen.
  • Wartung und Updates: Sicherheitsupdates, Backups, kleine Änderungen. Bei mir als Website-Wartung ab 49 Euro im Monat. Ohne diese Pflege wird jede Website irgendwann zum Einfallstor.

Und jetzt die Stelle, an der es unfair wird. Manche Agenturen schlagen auf ein Hosting, das im Einkauf fünf Euro kostet, gern das Zehnfache drauf und nennen es »Betreuung«. Sie zahlen für nichts. Ein sauberes Hosting mit klarer Leistung dahinter ist etwas anderes als ein Aufschlag, der nur Ihre Abhängigkeit teuer macht.

Wem gehört Ihre Website am Ende?

Die wichtigste Frage stellt kaum jemand. Sie lautet nicht »Was kostet das?«, sondern »Wem gehört das hinterher?«.

Ich habe Betriebe erlebt, die ihre eigene Website nicht umziehen konnten, weil die Domain auf den Namen der Agentur lief. Wer kündigt, verliert dann seine Adresse. Das ist kein Pech. Das ist Absicht.

Bevor Sie einen Auftrag unterschreiben, klären Sie diese fünf Punkte:

Wenn eine dieser Antworten »Nein« lautet, kaufen Sie keine Website. Sie mieten eine Geisel. So baue ich nicht. Was zu einer Website gehört, die Ihnen wirklich gehört, klären wir vorher gemeinsam. Und weil diese fünf Fragen über die Website hinausreichen, habe ich gesondert aufgeschrieben, worauf kleine Betriebe bei der Wahl ihres IT-Dienstleisters achten sollten.

»Website ab 99 Euro« und wann Sie mich nicht brauchen

Und diese Angebote für 99 Euro? Da ist immer ein Haken, und meistens ist es einer von zweien. Entweder ein Miet-Abo, das jeden Monat weiterläuft und nie fertig bezahlt ist. Oder eine Vorlage von der Stange, bei der jede echte Anpassung extra kostet, bis Sie am Ende beim Preis einer richtigen Website sind, nur mit mehr Ärger.

Jetzt der Teil, den Sie von einem Dienstleister selten hören: Nicht jedes Vorhaben braucht mich. Wenn Sie ein Nebengewerbe starten, eine reine Visitenkarte im Netz wollen und das Budget klein ist, kann ein Baukasten von Wix, Jimdo und Co. genügen. Für den Anfang ist das völlig in Ordnung.

Sie sollten nur wissen, was Sie eintauschen. Beim Baukasten mieten Sie dauerhaft, statt einmal zu bezahlen. Ihre Inhalte und Ihr Design bleiben im System des Anbieters, ein Umzug ist später kaum möglich. Und der Server steht oft in den USA. Für die Visitenkarte am Anfang: verschmerzbar. Für den Betrieb, der wachsen und gefunden werden will: eine Sackgasse mit Ansage.

Eine gute Website kostet Geld. Eine schlechte kostet mehr, nur später und in Raten. Der teuerste Posten steht dabei nie im Angebot: die falsche Klasse, das Hosting mit dem Zehnfach-Aufschlag, die Domain, die Ihnen nie gehört hat. Wer eine bestehende Seite ablöst, riskiert noch einen weiteren: die Google-Platzierungen, die beim Umzug verloren gehen können – wie ein Relaunch ohne Rankingverlust gelingt, habe ich in einer Checkliste festgehalten.

Bevor Sie so etwas unterschreiben, nehmen wir uns eine halbe Stunde für die Frage, was es kostet, Ihre Website erstellen zu lassen. Sie schildern mir Ihr Vorhaben, ich ordne es in eine der drei Klassen ein und nenne Ihnen die Größenordnung, mit der Sie rechnen müssen, samt der Stellen, an denen Sie sparen können. Am Ende haben Sie eine belastbare Zahl statt »Kommt drauf an« und einen klaren Blick auf die Posten, die sonst erst nach der Unterschrift auftauchen. Und Sie sprechen mit der Person, die Ihre Website hinterher auch baut.

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