Homepage-Baukasten oder Webdesigner? Wann Wix & Jimdo reichen
Für manche Betriebe reicht ein Baukasten wie Wix oder Jimdo wirklich – das gebe ich offen zu. Für andere wird das monatliche Abo zur Falle: Sie mieten für immer, kommen nicht mehr raus und besitzen am Ende nichts. Wann der Baukasten passt und wann sich der eigene Bau lohnt.
»In 20 Minuten zur eigenen Website. Ohne Vorkenntnisse.« Die Werbung kennt jeder. Und sie stimmt sogar zum Teil.
Ein Homepage-Baukasten ist verlockend. Sie klicken sich eine Seite zusammen, zahlen ein paar Euro im Monat, fertig. Für manche Betriebe ist das die richtige Wahl. Ich sage Ihnen ehrlich, für welche.
Denn hier kommt der Satz, den Sie von einem Webdesigner selten hören: Nicht jeder braucht einen Webdesigner.
Genauso ehrlich ist die Kehrseite. Der Baukasten hat einen Preis, der nicht auf der Rechnung steht.
Was ein Homepage-Baukasten überhaupt ist
Wix, Jimdo, Squarespace, Ionos, GoDaddy. Die Namen kennen Sie aus der Werbung. Das Prinzip ist bei allen gleich. Sie mieten zwei Dinge in einem: den Editor, mit dem Sie die Seite bauen, und den Speicherplatz, auf dem sie liegt. Beides gehört dem Anbieter. Sie zahlen Miete, solange die Seite online ist.
Das ist kein Betrug, sondern ein Geschäftsmodell. Nur sollten Sie wissen, worauf Sie sich einlassen. Der Editor macht es Ihnen leicht, das ist der Sinn der Sache. Die Frage ist nur, was passiert, wenn Sie mehr wollen als das, was der Baukasten vorsieht.
Für wen der Baukasten wirklich reicht
Es gibt Fälle, da rate ich selbst zum Baukasten. Zum Beispiel:
- Das Nebengewerbe. Ein bisschen Umsatz nebenbei, die Website soll nur beweisen, dass es Sie gibt.
- Die reine Visitenkarte. Name, was Sie machen, Telefonnummer, Öffnungszeiten. Kein Shop, kein Blog, kein Wachstumsplan.
- Das knappe Budget von heute. Wenn die Website nicht Ihr Verkaufskanal ist und jeder Euro gerade woanders gebraucht wird.
- Der Selbermacher. Sie wollen das an einem Wochenende selbst zusammenklicken und danach in Ruhe gelassen werden.
Wenn das auf Sie passt, sparen Sie sich das Geld für einen Dienstleister. Eine saubere Baukasten-Seite schlägt die teure Website, die nie kommt.
Wo der Baukasten Sie bremst
Sobald die Website Kunden bringen soll, ändert sich die Rechnung. Vier Punkte, die auf keiner Werbung stehen.
Der Umzug, den es nicht gibt
Sie sind mit dem Anbieter unzufrieden und wollen wechseln? Bei einem Baukasten heißt das fast immer: von vorn anfangen. Texte, Bilder, Struktur, alles steckt im System des Anbieters fest. »Mitnehmen und woanders weiterbetreiben« ist schlicht nicht vorgesehen. Das Fachwort dafür ist Lock-in. Übersetzt: Sie kommen nicht mehr raus.
Auffindbarkeit und Ladezeit
Damit Google Sie findet, muss unter der Haube einiges stimmen: sauberer Aufbau, schnelle Ladezeit, ordentliche Adressen. Fachleute nennen das technisches SEO, also die Auffindbarkeit bei Suchmaschinen. Beim Baukasten haben Sie darauf kaum Zugriff. Viele dieser Seiten laden zäh, weil im Hintergrund Skripte nachgeladen werden, die Sie weder sehen noch abschalten können. Langsame Seiten kosten Besucher. Und Platzierung bei Google.
Datenschutz und US-Server
Die meisten großen Baukästen sind US-Anbieter. Ihre Seite und die Daten Ihrer Besucher liegen auf US-Servern oder laufen über US-Dienste. Für einen deutschen Betrieb ist das ein Datenschutz-Thema, das Sie nicht wegklicken können, weil Sie an die entscheidenden Einstellungen gar nicht herankommen. Wer die Datenverarbeitung sauber halten will, fährt mit einem System in eigener Hand besser. Wie das konkret aussieht, wenn Sie Ihre Seite selbst hosten, zeige ich am Beispiel von Docker und Open Source.
Die Fünf-Jahres-Rechnung
Reden wir über Geld. Ein Baukasten kostet wenig im Monat, und genau das ist der Trick. Sie zahlen nie fertig. Sie mieten. Für immer.
| Posten | Baukasten (Miete) | Eigene Website (offenes System) |
|---|---|---|
| Monatliche Gebühr | meist 15 bis 30 € (dauerhaft) | Hosting rund 5 bis 10 € |
| Domain | oft im Abo enthalten | rund 15 € im Jahr |
| Einmaliger Bau | entfällt | einmalige Investition |
| Nach 5 Jahren | rund 900 bis 1.800 € gezahlt, nichts gehört Ihnen | Bau abbezahlt, Seite gehört Ihnen |
| Anbieter wechseln | praktisch unmöglich | jederzeit |
Nach fünf Jahren haben Sie beim Baukasten locker einen vierstelligen Betrag gezahlt und besitzen nichts. Die eigene Website kostet vorn einmal mehr, im laufenden Betrieb danach deutlich weniger. Und sie gehört Ihnen. Rechnen Sie es für Ihren Fall einmal durch, dann sehen Sie die Grenze schnell. Die Zahlen oben sind grobe Spannen aus dem Markt, kein Angebot, aber sie zeigen die Richtung. Wollen Sie die Pflege später abgeben, übernehme ich die Website-Wartung ab 49 Euro im Monat. Wollen Sie das nicht, machen Sie es selbst. Ihre Entscheidung, nicht die des Anbieters.
Der Mittelweg, den kaum jemand nennt
Zwischen »selbst zusammengeklickt« und »teure Agentur, die Sie nie wieder anfassen dürfen« liegt der Weg, den ich meistens gehe. Ich baue Ihre Seite auf einem offenen System, meist einem Redaktionssystem (CMS), mit dem Sie Texte und Bilder danach selbst pflegen. Für den Alltag brauchen Sie keinen Programmierer.
Der Unterschied zum Baukasten ist der Besitz. Die Seite gehört Ihnen. Sie können den Hoster wechseln, die Seite umziehen, erweitern, im Zweifel sogar verkaufen. Kein Anbieter hält Ihre Inhalte als Geisel. Was so ein eigener Bau in der Praxis umfasst, sehen Sie bei meinen Websites und SEO.
Fünf Fragen, die die Entscheidung machen
Beantworten Sie diese fünf Fragen ehrlich. Danach wissen Sie, wohin Sie gehören.
- Soll die Website Kunden bringen oder nur »da sein«?
- Wollen Sie in drei Jahren wachsen, etwa mit Shop, Online-Buchung oder mehr Seiten?
- Ist Ihnen wichtig, dass Ihre Daten und die Ihrer Besucher in Deutschland oder Europa liegen?
- Wollen Sie den Anbieter jederzeit wechseln können?
- Zählt jeder Euro heute mehr als die Kontrolle morgen?
Viermal »ja« bei den ersten vier Fragen? Dann lohnt sich die eigene Website. Ein klares »ja« nur bei Frage fünf und ansonsten »egal«? Dann reicht der Baukasten, und ich sage es Ihnen offen.
Baukasten oder eigener Bau? Klären wir Ihren Fall
Baukasten oder eigener Bau? Das entscheidet Ihr Betrieb, nicht eine Werbebotschaft von Wix. Schildern Sie mir im kostenlosen Erstgespräch, was Ihre Seite leisten soll, und ich sage Ihnen geradeheraus, ob Jimdo und Co. reichen oder ob sich der eigene Bau über fünf Jahre rechnet. Ehrlich, auch wenn die Antwort gegen mich ausfällt.