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Cybersecurity

Borg & Restic – Backups, die wirklich funktionieren

Dedupliziert, verschlüsselt, automatisch: Was Borg und Restic besser machen als »ab und zu auf eine Platte kopieren« – und warum sie Ransomware überstehen.

Schwarze 3,5-Zoll-Diskette mit rot-weißem Etikett auf gelbem Hintergrund

Es ist ein Dienstagmorgen. Die erste Kollegin fährt ihren Rechner hoch, und statt der gewohnten Ordner erscheint nur ein Text auf dem Bildschirm: Alle Dateien seien verschlüsselt, und wer sie zurückhaben wolle, solle zahlen. Rechnungen, Kundenakten, Angebote, die komplette Buchhaltung des laufenden Jahres – nicht mehr erreichbar. Der Server im Nebenraum ist betroffen. Und die externe Festplatte, die »zur Sicherheit« daneben liegt, hing am selben Netzwerk. Sie ist gleich mitverschlüsselt worden.

In diesem Moment entscheidet sich alles. Nicht die Firewall und nicht das Virenprogramm – die kann man später in Ruhe überprüfen, aber jetzt helfen sie nicht mehr. Jetzt zählt eine einzige Frage: Gibt es eine saubere Kopie der Daten, an die der Schadcode nicht herangekommen ist? Und lässt sie sich innerhalb weniger Stunden wieder einspielen?

Bei vielen Betrieben, die ich kennenlerne, lautet die ehrliche Antwort: vielleicht. Und »vielleicht« ist an so einem Morgen kein guter Ort, um zu stehen.

Warum »ab und zu auf eine Platte kopieren« keine Strategie ist

Die meisten kleinen Betriebe haben irgendeine Form von Sicherung. Eine externe Festplatte, auf die freitags jemand die wichtigsten Ordner zieht. Ein USB-Stick in der Schublade. Manchmal einen Ordner in der Cloud. Das ist besser als nichts, aber es ist keine Backup-Strategie. Es ist Hoffnung mit Kabel.

Das Problem beginnt schon beim Wort »Kopie«. Eine einfache Kopie ist ein Spiegel des Jetzt. Wird eine Datei beschädigt, versehentlich gelöscht oder von Ransomware verschlüsselt, überschreibt die nächste Kopie die heile Version mit der kaputten. Sie merken den Schaden oft erst Tage später – und dann liegt auf der Platte nur noch der Schaden.

Dazu kommen die üblichen Lücken: Die Kopie wird vergessen, weil sie von Hand läuft. Sie steht im selben Raum wie der Server, also treffen Brand, Diebstahl oder Verschlüsselung beide gleichzeitig. Und fast nie prüft jemand, ob die Platte überhaupt noch lesbar und die Sicherung vollständig ist. Wie eine belastbare Sicherung stattdessen aufgebaut sein sollte, habe ich im Beitrag zur 3-2-1-Backup-Strategie für kleine Unternehmen beschrieben. Dieser Beitrag hier geht einen Schritt weiter und zeigt, mit welchen Werkzeugen sich diese Strategie sauber umsetzen lässt.

Was sind Borg und Restic?

Borg (BorgBackup) und Restic sind zwei quelloffene Programme für Datensicherungen. Beide sind seit Jahren erprobt, kostenlos und in Fachkreisen der stille Standard, wenn Backups einfach funktionieren sollen. Im Kern tun sie dasselbe, nur mit unterschiedlichen Stärken – welches im Einzelfall besser passt, hängt vom Betrieb ab. Drei Eigenschaften machen beide besonders wertvoll.

Deduplizierung: viele Stände, wenig Platz

Beide Werkzeuge kopieren nicht bei jeder Sicherung alles neu. Sie zerlegen die Daten in kleine Blöcke und speichern jeden Block nur ein einziges Mal. Was sich seit gestern nicht geändert hat, wird nicht noch einmal abgelegt. Das klingt technisch, hat aber einen sehr handfesten Nutzen: Sie können täglich sichern und trotzdem Monate an Ständen aufbewahren, ohne dass der Speicher aus allen Nähten platzt. Und jeder dieser Stände ist ein vollständiger Zustand Ihrer Daten, nicht bloß ein Puzzleteil. Sie können gezielt sagen: »Ich möchte den Ordner so zurück, wie er am 3. März aussah« – und genau das bekommen Sie.

Verschlüsselung: die Kopie bleibt privat

Backups landen naturgemäß an Orten außerhalb Ihres Büros: auf einem entfernten Server, in einem Rechenzentrum, bei einem Speicheranbieter. Borg und Restic verschlüsseln die Daten, bevor sie den Betrieb verlassen. Wer die Sicherung in die Finger bekommt, sieht nur unbrauchbaren Zahlensalat. Ihre Kundendaten bleiben Ihre Kundendaten, selbst wenn ein Datenträger verloren geht oder ein fremder Server kompromittiert wird. Das ist nicht nur beruhigend, sondern im Sinne des Datenschutzes schlicht notwendig. Dasselbe Prinzip – erst verschlüsseln, dann verschicken – steckt übrigens auch hinter der E-Mail-Verschlüsselung mit S/MIME oder PGP.

Automatisierung: das Backup, das niemand vergisst

Das beste Sicherungskonzept nützt nichts, wenn es davon abhängt, dass am Freitagnachmittag jemand daran denkt. Borg und Restic laufen automatisch, nach einem festen Zeitplan, ohne dass jemand einen Knopf drücken muss. Sie melden, wenn eine Sicherung sauber durchgelaufen ist – und, was mindestens so wichtig ist, sie schlagen Alarm, wenn etwas nicht geklappt hat. Aus einer Sache des Zufalls wird eine verlässliche Gewohnheit.

Warum das gerade für kleinere Betriebe zählt

Ein großes Unternehmen hat eine IT-Abteilung, die sich um solche Dinge kümmert. Eine Kanzlei, eine Praxis oder ein Handwerksbetrieb hat das in der Regel nicht. Und genau dort trifft ein Datenverlust am härtesten: Sind die Auftragsdaten weg, steht die Arbeit. Fehlen die Patientenakten, wird es auch rechtlich heikel. Kaum ein Betrieb kann sich eine Woche Stillstand leisten, um Daten mühsam von Hand zu rekonstruieren – wenn das überhaupt noch möglich ist.

Borg und Restic setzen genau hier an. Sie machen aus einer vagen Hoffnung eine verlässliche Routine. Und sie setzen die 3-2-1-Regel praktisch um: mehrere Kopien, auf unterschiedlichen Medien, mindestens eine davon außer Haus und außerhalb der Reichweite eines Angreifers. Eine Sicherung, die an einem entfernten Ort liegt und sich nachträglich nicht mehr verändern lässt, übersteht auch einen Ransomware-Angriff, der alles im Büro erwischt. Denn was der Schadcode nicht erreicht, kann er nicht verschlüsseln. Das Backup ist dabei die letzte Verteidigungslinie – ganz vorn steht der Virenschutz, und ob Windows Defender dafür im Betrieb reicht, habe ich separat aufgeschrieben.

Was Ihnen das konkret bringt

  • Mehr Sicherheit bei weniger Speicher: Dank Deduplizierung bewahren Sie viele Sicherungsstände auf, ohne ständig neue Platten kaufen zu müssen.
  • Schutz vor Ransomware: Eine entfernte, unveränderliche Kopie lässt sich nicht mitverschlüsseln. Sie spielen sie einfach zurück, statt Lösegeld zu zahlen. Viele dieser Angriffe beginnen mit einem gestohlenen Passwort – ein Einfallstor, das sich mit Passkeys statt Passwörtern schließen lässt.
  • Datenschutz von Haus aus: Alle Sicherungen sind verschlüsselt. Selbst ein verlorener Datenträger gibt nichts preis.
  • Zeitreise statt Totalverlust: Sie holen einzelne Dateien oder ganze Ordner in dem Zustand zurück, den sie vor einer Woche oder vor drei Monaten hatten.
  • Kein Vergessen mehr: Die Sicherung läuft von selbst und meldet sich, wenn etwas nicht stimmt.
  • Keine Lizenzkosten, keine Abhängigkeit: Beide Werkzeuge sind quelloffen. Sie zahlen für Speicher und Betreuung, nicht für ein Abo, das jederzeit teurer werden kann.

Ein Backup ist nur so gut wie sein letzter getesteter Restore

Jetzt die ehrliche Einordnung, die in vielen Hochglanzbroschüren fehlt: Eine Sicherung, die nie zurückgespielt wurde, ist kein Backup. Sie ist eine Vermutung. Ich habe zu oft erlebt, dass Sicherungen jahrelang brav durchliefen – und im Ernstfall stellte sich heraus, dass sie unvollständig waren, dass das Passwort niemand mehr kannte oder dass sich schlicht nichts wiederherstellen ließ.

Die Frage ist nie, ob Ihre Backups laufen. Die Frage ist, ob Sie Ihre Daten im Ernstfall zurückbekommen. Und das weiß man erst, wenn man es ausprobiert hat.

Deshalb gehört zu einer ordentlichen Lösung mehr als das Aufsetzen von Borg oder Restic. Dazu gehört, die Wiederherstellung regelmäßig zu testen: einzelne Dateien, aber auch den kompletten Ernstfall. Erst wenn eine Rücksicherung nachweislich funktioniert, dürfen Sie ruhig schlafen. Alles andere ist Selbstberuhigung.

So richten wir das gemeinsam ein

Borg und Restic sind hervorragende Werkzeuge – aber sie sind eben Werkzeuge. Der Nutzen entsteht durch die Einrichtung, die zu Ihrem Betrieb passt: welche Daten wie oft gesichert werden, wohin die entfernte Kopie geht, wie lange die Stände aufbewahrt werden und wie die Wiederherstellung im Notfall abläuft. Genau das übernehme ich für Sie. Ich richte die Sicherung ein, automatisiere sie, sorge für eine Kopie außer Haus – und ich teste die Wiederherstellung, damit im Ernstfall nichts dem Zufall überlassen bleibt.

Sie müssen dafür kein Backup-Fachwissen aufbauen. Sie müssen nur einmal entscheiden, dass Ihre Daten das wert sind. Wenn Sie wissen möchten, wie eine belastbare Sicherung für Ihren Betrieb konkret aussehen kann, vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch. Wir schauen uns gemeinsam an, wo Sie heute stehen – und wie Sie am nächsten schwierigen Dienstagmorgen ruhig bleiben, weil die Antwort auf die entscheidende Frage nicht mehr »vielleicht« lautet, sondern »ja«.

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